Sibelco Deutschland

Schüler lernten Ton gut kennen

Der zweite European Minerals Day (Europäische Rohstofftag) sollte den Bürgern ein natürlich vorkommendes Material näherbringen: den Ton. Mehrere Westerwälder Firmen beteiligten sich, indem sie ihre Tore öffneten und Führungen sowie andere Aktionen durchführten.


"Deutschland ist ein rohstoffreiches Land. Wir im Westerwald besitzen die wertvollsten Tone in Westeuropa. Der europäische Rohstofftag soll dies der Bevölkerung, insbesondere auch Kindern und Jugendlichen, zeigen." Dr. Matthias Schlotmann, Geschäftsführer des Bundesverbands Keramische Rohstoffe, beginnt seine Rundreise - im Rahmen des zweiten europäischen Rohstofftag besuchte er mehrere Tongruben im Westerwaldkreis.

In Siershahn wird da schon schwer geschuftet. In unmittelbarer Nachbarschaft des Tonbergbaumuseums bepflanzen Kinder einen 30 Meter langen Lärm- und Sichtwall mit Wildgehölzen. Dies gehört zur Rekultivierungsmaßnahme der Grube "Gute Hoffnung" des Unternehmens Goerg und Schneider. Es sind Schüler der Klasse acht der Berggartenschule Siershahn, die diese Tätigkeit voller Eifer durchführen. Schulleiter Oskar Rhensius ist begeistert: "Alles, was praktisch gemacht wird, bleibt bin den Köpfen. Wenn sie später Rekultivierung hören, wissen sie direkt, was gemeint ist." Geschäftsführerin Martina Goerg reicht Essen und Trinken und erklärt die Bedeutung für Natur und Umwelt. Viele ehemalige Tongruben sind wichtige Biotope vor allem für Amphibien geworden. In Rheinland-Pfalz finden sich nur noch hier die seltenen Kammmolche.

Für Schlotmann geht es derweil weiter zur Grube "Richard" bei Wallmerod. Dort wird von dem Siershahner Unternehmen Aloys Josef Müller abgebaut. Zu Fuß sind 30 Kinder der vierten Klasse aus der Grundschule hierhin gekommen. Beim Gang durch die riesigen Tonboxen erfahren sie, dass der Westerwälder Ton durch die Verwitterung von Schiefer im Tertiär, also vor 30 bis 40 Millionen Jahren, entstanden ist. In Tüten dürfen die Kinder so viel Ton einpacken, wie sie tragen können. Ähnliches findet zeitgleich bei dem Unternehmen Stephan Schmidt aus Dornburg statt. Hier sind die Klassen des neunten Schuljahres der Westerwaldschule Mengerskirchen die Nutznießer. Zur theoretischen Aufklärung hat sich die Herschbacher Firma Arno Witgert verpflichtet. Fragen wie "Welche Bedeutung hat Ton für die Industrie?" und "Wie wird Ton verwendet?" werden der achten Klasse der Regionalschule Salz beantwortet.

Schlotmanns letzte Station seiner Reise ist die Grube Petschmorgen in Moschheim. Es ist eine der größten Tonabbauflächen im Westerwald. Sibelco - ehemals WBB Fuchs - hat sie für die Bevölkerung geöffnet. Unter anderem wird hier ein Bohrgerät in Aktion gezeigt. Die Bohrung dient der Erkundung der Tonlagerstätten. Geschäftsführer Frank Schäfer lässt es sich nicht nehmen, persönlich Führungen durchzuführen. Und er unterstreicht dabei noch einmal die Bedeutung von Ton: "Es ist ein Rohstoff, auf den man in den nächsten Jahrzehnten mit Sicherheit nicht verzichten kann."

Ulrich Mickley